Startseite Aktuelles Filigranes Weinberghaus aus Hochleistungsbeton bei Mainz eingeweiht
Sektionen

Filigranes Weinberghaus aus Hochleistungsbeton bei Mainz eingeweiht

Rechtzeitig zur Weinlese wurde am 23. September 2011 das erste Weinberghaus in UHPC-Bauweise seiner Bestimmung übergeben. In einem Weinberg südwestlich von Mainz bei Wörrstadt (Rheinland-Pfalz, Landkreis Alzey-Worms) wurde das Gebäude mit nur 30 mm dicken Wand-und Dachelementen auf Grundlage eines studentischen Entwurfes von Christoph Perka (TU Kaiserslautern) errichtet.

Filigranes Weinberghaus aus Hochleistungsbeton bei Mainz eingeweiht

Weinberghaus bei Mainz (Bild: Sven Paustian)

Weinberghäuser, die zuerst im Mittelmeerraum genutzt wurden, finden sich in ähnlicher formaler Ausprägung seit Langem auch in der Pfalz. Sie dienen der Unterstellung von Gerät und bieten Schutz bei Regen. Ihre eigenartigen Konstruktionen haben immer wieder die Frage nach ihrer Herkunft aufgeworfen. Nicht nur topographisch – in der Regel stehen sie außerhalb der geschlossenen örtlichen Bebauung – auch formal stehen sie außerhalb der bekannten stilgeschichtlichen Einordnungen und Erklärungen. Dennoch weisen sie in vielen Fällen in ihrer Erscheinungsform auf die Urformen des archaischen Bauens hin.

In einem Entwurfsseminar im Studiengang Architektur wurde die Frage gestellt, wie sich dieser Bautyp in eine zeitgemäße Konstruktion und Form übertragen lässt, ohne in weinselige Klischees zu verfallen. Da die Absicht bestand, das überzeugendste Entwurfsergebnis mit Betonfertigteilen tatsächlich zu realisieren, standen von Anfang an Fragen der materiellen Fügung von Boden, Wand und Dach im Mittelpunkt der Betrachtungen.

Im Ergebnis wurden sieben Fertigteile, die mit freundlicher Unterstützung der FA. Ducon  (Mörfelden-Walldorf) und unter Verwendung der von dieser entwickelten Bewehrungstechnik hergestellt wurden, mit geklebten Steckverbindungen zusammengefügt.

Die für das Gebäude an der TU Kaiserslautern entwickelte Verbindungstechnik ergab wertvolle Erkenntnisse, die jetzt im SPP-Projekt Konstruktion und Optimierung von Klebeverbindungen für Platten- und Scheibenbauteile aus ultrahochfestem Beton von Jun.-Prof. Christian Kohlmeyer genutzt werden.

Kontakt

Sprecher

Prof. Manfred Curbach
Institut für Massivbau
Technische Universität Dresden
01062 Dresden

Geschäftsführerin

Silke Scheerer
Institut für Massivbau
Technische Universität Dresden
01062 Dresden

Sekretariat

Sabine Hofmann
Institut für Massivbau
Technische Universität Dresden
01062 Dresden